Vestibularisschwanom

Vestibularisschwannom

Definition

Als Vestibularisschwannom bezeichnet man einen gutartigen Tumor (also eine Schwellung und kein Krebs) des Gleichgewichtsnerven. Da Hörveränderungen häufig vor Gleichgewichtsstörungen auftreten und der Tumor auch auf den Hörnerven drückt, wird dieser häufig als Akustikusneurinom bezeichnet. Diese Bezeichnung falsch, da der Tumor vom Gleichgewichtsnerven ausgeht und nicht vom Hörnerven.

Großes Akustikusneurinom - bzw. Vestibularisschwannom
Großes Akustikusneurinom – bzw. Vestibularisschwannom

Ursache

Die Ursache ist unbekannt. Es gibt Erkrankungen wie den Morbus Recklinghausen, bei denen diese Veränderungen aber gehäuft auftreten können. In der Regel treten diese Schwannome aber ohne erkennbare Ursache auf.

Therapie

Die Diagnose wird mittels BERA (Siehe Abschnitt Diagnostik) und MRT gestellt. In der Regel wird man zunächst den Verlauf abwarten, da viele Schwannome nur für einen gewissen Zeitraum wachsen. Es bestehen operative und Bestrahlungstherapien falls der Tumor auf andere Teile des Gehirns drückt oder weiter wächst.

Hintergrund

Der Begriff Akustikusneurinom wird häufig gebraucht ist aber leider falsch.

Der Gleichgewichtsnerv ist von einer Nervenscheide umgeben,
man nennt sie Schwann‘sche Zellen, die, wenn sie gesund sind, eine besonders schnelle Erregungsleitung ermöglichen.

Es gibt gutartige Schwellungen dieser Zellen (der Mediziner
spricht hier von einem Tumor oder einem Schwannom – wobei
das nichts mit Krebs zu tun hat). Diese Schwannome bremsen den Nerven leider aus, und führen auch zu einer Beeinträchtigung der benachbarten Nerven. Der Hör – und Gleichgewichtsnerv verlaufen in einem sehr engen Knochenkanal, und wenn das Schwannom wächst, stört es häufig zuerst den Hörnerven, weil es von Außen drauf drückt. Da die Störung aber vom Gleichgewichtsnerven ausgeht, ist der richtige medizinische Begriff „Vestibularisschwannom“.

In den meisten Fällen wird weder operiert noch bestrahlt, denn
die Schwannome hören häufig spontan auf zu wachsen, und
dann kann sich der Patient gut an die Situation gewöhnen.
Der entscheidende Faktor ist hier ein MRT, denn nur in dieser
Untersuchung kann diese Veränderung zuverlässig sichtbar gemacht werden.