Morbus Meniere

Morbus Meniere

Definition

Diese Erkrankung ist nach dem französischen Arzt Prosper Menière benannt.
Es handelt sich um einen meist anfallartigen Schwindel, mit einer Dauer von Stunden bis Tagen, der häufig mit Hörverlusten und Ohrgeräuschen zusammen oder im zeitlichen Zusammenhang mit diesen auftritt.

Ursache

Beim Morbus Meniere entsteht ein Überdruck im Innenohr, der im Extremfall zu einem Zerreissen der Trennmembran zwischen den verschiedenen Flüssigkeitsräumen des Ohres führen kann.

Hier erkennt man die Flüssigkeitsräume des Innenohres und die Stelle, die bei M. Meniere einreißt
Hier erkennt man die Flüssigkeitsräume des Innenohres und die Stelle, die bei M. Meniere einreißt

Typischer Hörtest bei einem M. Meniere

Therapien

Die wichtigste Therapie stellt hier Betahistin dar. Ein Salz, dass in verwandter Form im Körper vorkommt. Es gibt zwei verschiedene Salze auf dem Markt, die eine unterschiedliche Halbwertzeit und Stärke haben und in der Regel auch nicht gemischt werden sollten.

Bei sehr häufigen Anfällen hat sich Picrotoxin als Medikament bewährt, welches dreimal pro Woche als Zäpfchen eingenommen wird.

An operativen Verfahren steht die Saccusexposition zur Verfügung, bei der Teile des Gleichgewichtsorgans vom umgebenden Knochen befreit werden, so dass sich der Überdruck im Ohr keinen so großen Schaden mehr anrichten kann.

Bei fortgeschrittenen Hörverlusten steht auch die Implantation einer elektronischen Hörhilfe eines sogenannten Cochleaimplantates als Therapieoption zur Verfügung.

Als letzte Möglichkeit besteht die Option, das betroffene Gleichgewichtsorgan mit einem Antibiotikum zu vergiften, welches in das Mittelohr eingespritzt wird. Je nach angewendeter Technik führt dies allerdings häufig auch zu bleibenden Hörverlusten und stellt auch keine Option beim beidseitigen M. Meniere dar.