VEMP’s Vestibulär evozierte Myogene Potentiale

VEMP’s – Vestibulär evozierte myogene Potentiale

Die VEMP’s  – vestibulär evozierte myogene Potentiale dienen zur Untersuchung der Schwerkraftorgane (Sakkulus und Utrikulus) im Innenohr, bzw. Labyrinth des Ohres. Es handelt sich um Muskelspannungsveränderungen bei Reizung des Innenohres durch Vibrationen oder laute Schallwellen.

VEMP's
VEMP’s sind durch Muskelaktivität verursachte Messkurven wenn das Gleichgewichtsorgan (Sacculus und Utrikulus) gereizt werden

Vergessen wir doch mal, für einen Augenblick, dass wir Menschen sind und stellen wir uns vor, wir seien Fische.

Bei Fischen ist das Hör und Gleichgewichtsorgan nicht getrennt, sondern ein Organ. Der Fisch hört mit dem selben Organ, welches er benötigt, um aufrecht zu schwimmen. Dieses Organ beinhaltet genau wie unser Sacculus und Utrikulus auch Kalksteine, die zur Verstärkung der Schwerkraft dienen. Beim Fisch löst ein lauter Ton (z.B. Hai von links) einen Muskelreflex aus, der Fisch macht eine Kehrtwendung zur Flucht.

Auch bei uns Menschen bestehen noch Kontakte oder Reflexe zwischen dem Utrikulus und Sakkulus und anderen Muskelgruppen. Diese Reflexe lassen sich genauso durch Erschütterung wie auch durch Schallwellen auslösen. Dies hat nichts mit dem Hören zu
tun, denn selbst bei ertaubten Menschen lassen sich diese Muskelreflexe auslösen.

Der Proband bekommt laute Töne auf das Ohr, und gleichzeitig misst man am Hals oder unter dem Auge Veränderungen der Muskelspannungen mit Elektroden. Am Computer lassen sich diese graphisch darstellen, und man kann diese Messungen als Nachweis für Störungen der Gleichgewichtsorgane seitengetrennt benutzen.