Tympanometrie

Tympanometrie oder Impedanzmessung

Bei Tympanometrie (abgekürzt TYMP) wird der Gehörgang luftdicht abgeschlossen. Nun wird ein Über- und Unterdruck abwechselnd aufgebaut und damit die Beweglichkeit des Trommelfelles gemessen und graphisch aufgetragen. Wäre ein Loch im Trommelfell, würde dieses dadurch aufgedeckt. Bei Flüssigkeit im Mittelohr (also hinter dem Trommelfell) kann das Trommelfell nicht schwingen und die Messkurve bleibt flach.

Tympanometrie
Tympanometrie

Wenn man jetzt das Ohr stoßartig mit lauten Tönen beschallt, so löst der Körper einen Schutzreflex, den Stapediusreflex aus. Ein kleiner Muskel setzt am Steigbügel, dem kleinsten Knochen des menschlichen Körpers an. Der Steigbügel ist der Teil der Gehörknöchelchenkette der auf dem ovalen Fenster am Innenohr aufsitzt und durch seine Schwingung wird die Perilymphflüssigkeit im Innenohr bewegt. Bei lauten Tönen zieht dieser Muskel am Steigbügel und dämpft die Beweglichkeit. Dadurch entsteht eine Schwingung am Trommelfell die dann wieder den Luftschlauch im Gehörgang bewegt. Wir registrieren einen Reflex.

Wenn im Mittelohr Flüssigkeit ist – wie bei einer Mittelohrentzündung – dann schwingt das Trommelfell nicht, wenn im Gehörgang ein Über– oder Unterdruck erzeugt wird.

Wenn die Bewegung der Gehörknöchelchen gestört ist, wie bei einer Otosklerose,  kann auch kein Stapediusreflex ausgelöst werden, weil der Zug am Steigbügel keine Wirkung zeigt.

Die Tympanometrie ist eine objektive Untersuchung d.h. wir sind nicht darauf angewiesen, dass der Patient bei der Diagnostik mitarbeitet. Die Tympanometrie ist eine einfache, schmerzlose und zuverlässige Untersuchungsmethode.

Bei der Tympanometriekurve spricht man im Bezug auf die Beweglichkeit von der Compliance. Wenn die Kurve zu hoch anzeigt, spricht man von einer überhöhten Compliance. Dies passiert wenn ein Trommelfell z.B. durch zu häufige Über– oder Unterdruckerzeugung ausleiert.

Eine Tympanometriekurve, die nach oben offen bleibt, kann auch ein Hinweis auf eine Luxation (ein Ausrenken) der Gehörknöchelchenkette sein.

Die Tympanometrie ist eine unverzichtbare Untersuchung, denn einen Unterdruck oder eine Beweglichkeitsstörung des Trommelfells oder der Gehörknöchelchen kann man anders nicht erfassen

Eine genauere Abklärung sollte in einer dafür ausgerüsteten Schwindelambulanz erfolgen.

Schwindelambulanz-Sinsheim